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Schlagfertigkeit für Lehrer |
Eine Leseprobe aus dem Buch...Der Sündenfall in der Rhetorik: FolienFolien haben ja seit neuesten eine Steigerung erfahren. Jetzt gibt es ja heutzutage diese tollen Computeranimationsprogramme, mit denen Texte und Grafiken bewegt auf dem Bildschirm eingeblendet werden können. Da kommen zum Beispiel Ihr Text: "Budget fürs nächste Jahr" wie von Geisterhand von links nach rechts auf den Bildschirm eingeschwebt. Oder eine Grafik dreht sich da auf Knopfdruck um die eigene Achse. Diese Programme heissen zum Beispiel Powerpoint, CorelDraw oder ABC GraphicSuite. Man gestaltet damit alle seine Folien vorher am Computer zu Hause, bestimmt die Reihenfolge und nimmt dann seinen Laptop mit zur Präsentation. bei der Präsentation werden die Bilder dann über einen sogenannten Beamer per Knopfdruck an die Leinwand geworfen. Viele meinen, mit diesen High-Tech Präsentationen würden Sie die ultimative Präsentation schlechthin halten.. Menschen, nicht technische Hilfsmittel überzeugen. Zunächst einmal möchte ich mit einem grossen Irrtum aufräumen. Der
Irrtum lautet: Der Einsatz von Multimedia verbessert automatisch eine
Präsentation. Das Gegenteil ist der Fall. Ob Folien oder Multimedia: Das
lenkt von Ihrer Person ab. Und nimmt die Aufmerksamkeitsenergie von Ihnen
weg. Und Je mehr Sie von Ihrer Person ablenken um so weniger wird Ihre
Botschaft und Anliegen wahrgenommen. Dabei ist es völlig egal, ob Sie
mit einer Powerpointpräsentation daher kommen oder mit Folien. Die
Grundprinzipien bei Powerpoint sind die selben, wie bei Folien. Der
Grundsatz lautet: Weniger ist mehr. Folien sollen eine Ausnahme sein.
Aber leider ist das Gegenteil die Norm: Präsentationen heutzutage sind
Folienschwemmen, wo eine überfrachtete Text-Folie nach der anderen
hingeklatscht wird. Sie entwerten eine Aussage, wenn Sie sie zusätzlich auf Folie zeigen Ich war einmal bei einer Präsentation dabei, bei der eine neue Firma
gegründet wurde. Der Firmeninhaber selbst hielt die Präsentation. Die
Präsentation war "professionell" mit Powerpoint gestaltet. Als
Firmenemblem hatte diese Firma den Baum gewählt. Jetzt kam die Passage,
wo er begründete, wieso man einen Baum als Emblem gewählt hatte. Er
sagte: "Unsere Firma hat als Emblem den Baum gewählt." Klips, der erste
Text schwebe von links nach rechts auf den Bildschim. Jedermann konnte
lesen "Der Baum steht für:" Der Firmeninhaber las danach laut
vernehmlich die Worte vor: "Der Baum steht für". Dann Knopfdruck der
nächste Text schwebte von links nach rechts auf den Bildschim.
"Festigkeit". Der Redner wiederholte mit fester Stimme: "Festigkeit".
Klips, der nächste Text: Alle lasen "Dauerhaftigkeit". Der Redner
wiederholte brav: "Dauerhaftigkeit". Knips, nächste Zeile Alle lesen
"Wachstum", Der Redner liest vor "Wachstum" und endlich klips "Stärke"
der Redner spricht nochmal aus, was alle schon längst gelesen haben und
sagt das spannende Wort "Stärke". Sie müssten dieses Szenario wirklich
miterlebt haben, um im tiefsten Innern zu erkennen, dass es
Einschläfender nicht mehr geht. Aber 90% aller Folienleger benutzen Ihre Folien auf diese Weise. Sie lesen noch einmal brav vor, was Sie vorher den Leuten auf Folie geschrieben haben. Wenn die Wirkung denn dabei nur gegen Null gehen würde, wäre es ja noch gut aber nein, so eine Folienanwendung geht ins Minus: Sie nimmt komplett die Spannung aus Ihren Aussagen. |
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