Bewerbungscoaching Beispiel: Finanzchefin

Matthias Pöhm - Bewerbungscoach
Eine meiner Kundinnen im Bewerbungscoaching war eine Dame, die sich als "Geschäftsführerin Finanzchefin" beworben hat. Ich erkannte sofort: Die Frau war gut, aber das reicht leider alleine nicht, damit man den Job bekommt. Wichtig ist es, dass man sich auch gut verkaufen kann.
Sich selbst verkaufen über eine feinpolierte Erfolgsgeschichte
Eine der wichtigsten Aufgaben, wenn Sie sich bewerben, besteht darin, einen zukünftigen Arbeitgeber von sich zu "beeindrucken". Das machen Sie am besten, indem sie eine einmal erbrachte Leistung so rüberbringen, dass der andere anerkennend die Augenbrauen hochzieht.
Die Meisten wissen nicht, wie das geht, aber als Bewerbungscoach habe ich für meine Kunden dazu eine Technik entwickelt.
Meine Kundin erzählte mir etliche Geschichten aus der Vergangenheit, und bei einer sagte ich: Die nehmen wir und polieren die fein.
Jetzt geht es darum, diese vorbereitete Geschichte im Laufe des Bewerbungsgesprächs unterzubringen. Meistens wird die Frage gestellt "Erzählen sie mal was über sich", da kann man es unterbringen. Aber auch bei jeder anderen Frage kann man dazu überleiten. Man kann zum Beispiel sagen "Damit Sie sehen, wie ich arbeite, will ich Ihnen mal eine Geschichte erzählen..."
Die Erfolgsgeschichte: Koch - Verpackungsmaschinen
Hier die von uns vorbereitete Geschichte:
Ich war bei einer Firma mit Namen Koch. Die haben + Styropor-Verpackungen und Verpackungsmaschinen hergestellt. Der Eigentümer hieß Kurt Koch. Nach drei Jahren war Ich zu seiner wichtigsten Beraterin geworden und Herr Koch hat mir wegen meiner Leistungen, die Finanz-Leitung angeboten.
Eines Tages holt er mich in sein Büro. Er sagt: "Mein Bruder hat ein Geschäft mit 60 Mitarbeitern, das ist in großen Schwierigkeiten. Er will, dass ich als Bruder das Geschäft übernehme. Ich habe aber keine Lust, ich verstehe von dem Geschäft nichts. Schau du dir das mal an, ob da was zu machen ist. Ich glaub nicht daran."
Ich ging in die Firma rein und hab mir vom Inhaber die Unterlagen bringen lassen. Mich hat's in den Sessel gedrückt:
Die Hauptkunden waren weggebrochen.
Die Lieferanten haben nicht mehr geliefert.
Die 60 Mitarbeiter hatten bereits alle am Morgen ihren Entlassung Brief im Briefkasten.
Ich laufe durch die Produktionshalle und sehe auf allen Maschinen klebte bereits das Siegel des Konkursverwalters. Der Kuckuck! Die Firma war Konkurs. Ich habe mir die Bilanzen angeschaut und sehe dort bei der Umsatzrendite: -24%. Bei 100.000 €, die sie eingenommen haben, haben sie 124'000 € ausgegeben.
Ich hab die Firma 5 Tage analysiert und plötzlich hatte ich ne Idee: Die hatten einen angestammten Bereich: Die Büro-Organisation: Die war tot. Aber: Da gab es einen Nebenbereich, da hab ich gedacht: Vielleicht kann man da was machen? Es waren Werbeprodukte. DIE wollte ich zum Umsatzträger machen.
Ich hab mir zu dem Zeitpunkt gedacht. Wenn wir nach zwei Jahren eine schwarze Null hinkriegen würden, sind wir Weltmeister.
Zwei Jahre später: Wir haben gerade eine Besprechung mit meinem Team. Plötzlich kommt ein Mitarbeiter rein. Er übergibt mir ein A4 Couvert. Ich schau's an und lese die Überschrift. Dort steht: "Erfolgsrechnung". Ich hab die Besprechung verlassen und geh nach draussen. Ich war aufgeregt, ich reiss das Couvert auf, hole das Blatt raus und schau nach rechts unten. Dort steht die Zahl, die mich interessiert: Die Umsatzrendite. Ich lese dort: PLUS! ZEHN! PROZENT!
Ich sag Ihnen, wie ich das geschafft habe:
Ich persönlich bin zu Messen gegangen und habe dort neue Kontakt zu Werbe-Kunden aufgebaut.
Wir sind International geworden: Wir haben Vertretungen in Frankreich, England, und USA eröffnet.
Der grösste Schachzug: Ich hab die Mitarbeiter ins Boot geholt, Ich hab Sie verantwortlich für die Zahlen gemacht.
Der Vorgänger hat einen 60 Stunden Job gemacht, ich konnte das praktisch als Nebenjob erledigen, neben meinem angestammten Job als Finanzdirektorin bei der Koch Verpackungs-Firma.
Ich hab alle Mitarbeiter wieder angestellt. Ich bin da auf Händen getragen worden.
Sie sehen daran: Ich hab Ideen, ich kann Dinge in die Hand nehmen, ich weiss wie man den Turn-Around schafft, ich weiss man Gewinne nach oben treibt.
Auch Ihnen gestalte ich Ihre Erfolgsgeschichte mit so einer Wirkung
Wie man so eine solchen Erfolgsgeschichte aufbaut, da muss man wissen, wie man vorgeht. Es reicht nicht, nur einen Erfolg erreicht zu haben. Wenn Sie zu mir ins Bewerbungscoaching kommen, dann werde ich auch Sie nach den Dingen befragen, die sie in der Vergangenheit geleistet haben, und wir werden auch bei Ihnen eine Geschichte aufgleisen, bei der auch Sie genauso grossartig rüberkommen wie diese Coaching-Kundin.
Beschreibung Vorstellungsgespräch Coaching
Die Wachstumsgeschichte
Eine weitere Geschichte, die ich wegen ihrer grossen Wirkung ausgewählt habe und dann fein polierte, war die folgende:
Es gab für alle Geschäftsfelder unzählige Geschäftsideen. Wir hätten das Geld fünfmal ausgeben können. Geld war da. Ich war diejenige, die das Geld in die richtige Projekte geleitet hat. Das Ergebnis: 2017 hatten wir einen Umsatz von 20 Mio. Drei Jahre später 2021 waren es: SECHZIG! MILLIONEN! EURO! In drei Jahren den Umsatz verdreifacht.
Geschafft haben wir das folgendermaßen:
im Geschäftsfeld Maschinenbau haben wir zwei angeschlagene Maschinenbauer übernommen. Einer aus Österreich einer aus Italien. Die haben uns Zusatz-Umsatz von 15 Millionen gebracht, aber haben leider Verluste eingefahren. Wir wussten: Wir müssen mit den Fixkosten dramatisch runter. Wir haben Produktionen zusammengefasst, wir haben Teile outgesourct, wir haben einen Standort geschlossen. Und dann lief das Schiff wieder.
Wir haben eine Vertretung in den USA aufgebaut.
Im Geschäftsfeld Verpackungen haben wir fünf neue Produktionen in Ungarn und Polen auf die grüne Wiese gestellt.
Und so was zu organisieren: Das ist meine Stärke.
Antworten auf Bewerbungsgespräch Fragen
Ein weiterer Teil des Bewerbungscoachings bestand darin, sie auf wahrscheinliche Fragen vorzubereiten. Im Folgenden sehen Sie Fragen, die ich spezifisch mit meiner Coaching Kundin zusammen vorbereitet habe.
Frage: Was sind Ihre Stärken?
Ich nenne Ihnen Drei. Die wichtigste für Ihre Firma ist: Ich kann analysieren! Ich verstehe ihr Geschäft sehr schnell. Ich stelle Ihren Mitarbeitern die richtigen Fragen. Ich erkenne die Erfolgsfaktoren ihres Geschäfts in allen ihren Unternehmensbereichen. So dass Sie immer den Überblick haben, sowohl über das Unternehmen als auch über die Märkte.
Ich bringe Strukturen in ihr Unternehmen. So dass Sie Dinge, für die Sie vorher 2 Wochen gebraucht haben um die Daten zu kriegen, in 2 Stunden auf ihrem Tisch liegen haben.
Und: Ich halte Ihnen als Manager den Rücken frei, damit Sie sich um die eigentlichen Ausgaben kümmern können.
Frage: Welche Schwächen haben Sie?
Ich rede manchmal ausschweifend. Aber das hat keinen Einfluss auf meine Projekte. Die ziehe ich immer durch.
Frage: Warum sollen wir Sie nehmen?
Bei der Frage "warum sollen wir sie nehmen", müssen auch Sie vorbereitet sein. Bei meiner Finanzchefin haben wir das in drei vier knackigen Hauptaussagen zusammengefasst:
Ich habe eine unheimliche Expansion in so kurzer Zeit gemanagt
Ich habe einen Börsengang gemanagt
Innerhalb von drei Jahren den Umsatz von 20 auf 60 Mio erhöht.
Ich war bei fünf Firmen, ich habe bei allen den Umsatz mindestens verdoppelt. So eine Macherin können auch Sie in Ihrer Firma brauchen.
Ich bin im Moment aber bei einer erfolgreichen Firma dabei, ich muss nicht wechseln. Ich nehme eine neue Aufgabe nur dann an, wenn sie mich reizt. Es muss eine wirklich spannende Aufgabe sein. Beschreiben sie mal die Aufgabe? Was ist ihre Zukunftsphantasie? Was könnte mich reizen bei Ihnen einzusteigen?
Mit dieser Vorgehensweise hat sie den Spiess umgedreht. Die Firma muss sich jetzt bei IHR bewerben.
Fazit:
Die Dame ging mit meinen vorbereiteten Bewerbungscoaching Texten zu insgesamt drei Vorstellungsgesprächen. Sie hätte alle drei Jobs haben können. Am Ende hat sie sich für eine Aufgabe entschieden, bei der Sie am harmonischsten mit dem Inhaber zusammenpasste. Auch das ist eine Empfehlung, die ich meinen Bewerbungscoaching Kunden gebe: Persönliches Verstehen ist wichtiger als Rahmenbedingungen und Gehalt.
Wenn auch Sie einen Job haben, der für Sie wichtig ist: Vereinbaren Sie ein kostenfreies Analysegespräch mit mir.

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