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Bewerbungscoaching Beispiel: Geschäftsführer

Matthias Pöhm - Bewerbungscoach


Mein letzter Bewerbungscoaching Kunde war vier Jahre lang Geschäftsführer einer IT Seminarorganisation gewesen, das ein Familienunternehmen war. Sein Vater hatte das Geschäft jetzt aber verkauft und der neue Inhaber wollte selbst als Geschäftsführer fungieren und mein Coachingkunde suchte nun einen neue Position. Als was genau, wusste er nicht.

 

Wir mussten herausfinden: Für welchen Job will er sich überhaupt bewerben

Wir hatten jetzt erst einmal zu evaluieren, für welchen Job er sich überhaupt bewerben will. Er brachte einen bunten Blumenstrauss an Positionen mit, für die er sich geeignet sah. Das waren: HR-Manager, Projektmanager, Consultant, Geschäftsführer.

Zunächst einmal galt es herauszufinden, ob er sich auf all die verschiedenen Jobs oder nur auf einen bewerben will. Hier war mein eindeutiger Annäherung als Coach: Wer 4 Hasen jagt, fängt keinen. Meine Devise: Wo schlägt sein Herz am ausgeprägtesten, dass wird die anvisierte Zielposition – alles andere fällt raus. Also fragte ich ihn: Angenommen, Sie hätten jetzt vier Jobs zur Auswahl die alle gleich gut dotiert sind: Als HR-Manager, als Geschäftsführer, als Consultant und als Projektmanager. Bei welchem Job würden sie zugreifen: Seine eindeutige Antwort. Geschäftsführer!

 

Wir schränken den Job so genau wie möglich ein

Damit war schon mal klar, auf was wir unser Coaching ausrichten mussten. Dann fragte ich ihn, was ist die ideale Zahl der Mitarbeiter der zukünftigen Firma sein soll. Er gab die Grössenordnung an, die auch seine alte Firma hatte. Er sagte zwischen 30 und 50 Mitarbeiter. Dann war meine Frage: Was ist ihre Wunschbranche? Seine Antwort Dienstleistung. Und auch das grenzte unsere Vorbereitung für die Bewerbung ein. Als letzte Frage fragte ich: Wie weit sind Sie bereit umzuziehen? Seine Antwort: Gar nicht, es soll in München sein, im Radius von 50 km.

Da ich jetzt wusste, wohin die Reise geht konnte ich konzentriert darauf hinarbeiten. Je schärfer Sie wissen, was Sie wollen um so einfacher ist Suche nach Firmen und umso leichter kann ich überzeugen. 

 

Machen Sie eine eine Auflistung Ihrer Tätigkeiten im alten Job

Der Bewerbungscoaching Kunde hatte eine vierseitige Auflistung mitgebracht, über all das, was er in der alten Firma geleistet, bewegt, eingeführt und dadurch als Fachkenntnisse erworben hatte.

Mir gefiel das. Das ist eine gute Vorgehensweise, um sich einmal systematisch bewusst zu machen, was er alles kann, alles bewegt hat und wo er auch in Zukunft anderen helfen kann. Das gilt auch für Sie, wenn Sie sich für einen neuen Job bewerben wollen. Machen auch Sie so eine Auflistung.

Jetzt mit der neuen Ziel-Vorstellung «Ich bewerbe mich nur noch als Geschäftsführer» war meine Aufgabe, diese nüchterne Bulletpoint Listen in packende kleine Mini-Geschichten umzuformulieren, die alle den Fokus haben:

 

Vor dem Ergebnis muss eine Suche beschrieben werden

Nicht das Ergebnis zählt, sondern der Weg zum Ergebnis. Wenn man ohne Unbekannte, ohne eine Problemstellung nur ein blankes Ergebnis verkündet, wirkt das Ergebnis unspektakulär. Ausserdem mussten wir herausfiltern, inwieweit der Bulletpoint zu der Aufgabenstellung eines Geschäftsführers gehört. Wenn nicht, dann fällt er raus. 

Zwei Drittel der aufgezählten Dinge fielen auf diese Art tatsächlich raus, weil sie entweder nicht spektakulär genug waren oder nicht in das Aufgabengebiet eines zukünftigen Geschäftsführers fielen.

 

 

Sie haben einen Job, den Sie unbedingt haben wollen?

 

 

So wandeln Sie Aufzählungspunkte in Geschichten

Der nächste Fokus richtete sich darauf, dass wir die Erzählung so aufbauten, dass er dabei als «Macher» rüberkommt. Es war wichtig bei all diesen Elementen, nicht nur auf das Ergebnis zu fokussieren, sondern immer auch eine Problematik zu schildern, denn nur dann wirkt  seine errungene Leistung spannend.  

Beispielsweise lautete einer seiner Bulletpoints:

  • Profitable Verkaufsförderung mit Google Ads und Suchergebnisverbesserung

Damit diese Leistung überhaupt wirksam wird, musste ich das sprachlich so aufbereiten, dass er als fähiger Geschäftsführer auf der Suche nach neuen Horizonten war. Das fehlte durchgängig. Und so haben wir diesen Bulletpoint dann in eine Geschichte umformuliert.

Jede Dienstleistungsfirma hat das Problem online über Google gefunden werden zu müssen. Und das habe ich eines Tages mal systematisch angeschaut. Ich habe mich gefragt: Wo stehen wir eigentlich mit den wichtigen Suchbegriffen bei Google. Und da ist mir aufgefallen, wir waren nur auf der zweiten oder dritten Seite zu finden. Dann habe ich geguckt, woran das liegt, und ich habe gesehen, dass gewisse Schlüsselwörter bei uns in der Website nicht häufig genug vorkommen. Dann sind bin ich zu meinen Verantwortlichen gegangen und habe veranlasst, dass dort wir an der Online-Präsenz etwas ändern müssen. Ergebnis war: Wir sind vom durchschnittlichen Suchergebnis von Position 28 auf Suchergebnis Nummer 3 geklettert. Und dadurch wurden unsere Seminare um 13% mehr gebucht als vorher. OHNE Werbekosten.

Das habe ich auch bei ihnen in Ihrer Firma vor. Ich will schauen inwieweit werden Sie mit den relevanten Keywords gefunden, und kann man das verbessern.

Und auch das wichtige Thema Google Werbung habe ich angeschaut. Auch dort habe ich starke Verbesserungen erwirken können: Wir hatten den Anspruch, dass wir mit einem Invest von 1000 € Werbung, auch mindestens 1000 € Umsatz machen müssen. Das ist gar nicht so einfach, aber das haben wir geschafft. Aber dann haben wir optimiert, verfeinert und zum Schluss haben wir aus 1000 € Werbung 3.500 € Umsatz generieren können. Und auch das will ich mir auch bei Ihrer Firma anschauen, was da durch Google Werbung an Zusatzumsatz möglich ist.

Dies ist die Art, wie man seinen nüchternen Bulletpoint "Profitable Verkaufsförderung mit Google Ads und Suchergebnisverbesserung" dem zukünftigen Inhaber seiner Wunschfirma schildert, damit das auch wirkt. 

 

Ein Bewerbungsgespräch besteht nicht nur aus Fragen beantworten 

Beim Bewerbungsgespräch geht es nicht nur darum Fragen zu beantworten, sondern seine Leistung aktiv zu verkaufen. Dabei ist es wichtig, dies bereits in Alltagssprache zu formulieren und nicht in Schriftsprache. Denn beim Bewerbungsgespräch soll man unbedingt seine natürliche Sprache einsetzen und dafür ist es wichtig, sie auch in so einer Sprache niederzuschreiben. 

Auf die Art und Weise formulierte ich die übriggebliebenen 15 wirksamen Bulletpoints jeweils in eine packende geschichtenhafte Schilderung um, wobei er jeweils überall als "Macher" rüberkommen sollte. 

Das war eine Arbeit, die zwar Zeit brauchte, aber zum Schluss die Chance den Job zu bekommen verdoppelt.

 

Entwickeln Sie eine Kernaussage für das Vorstellungsgespräch

Es ist sehr hilfreich beim Vorstellungsgespräch, wenn man sein vorher herausgearbeitetes Alleinstellungsmerkmal in zwei, drei kurzen prägnanten Sätzen liefern kann. Viele meiner Bewerbungscoaching Kunden kennen ihr Alleinstellungsmerkmal nicht und, selbst wenn, können es nicht in einer packenden Kurzversion zusammenfassen. 

Bei meinem Coaching Kunden habe ich sein Alleinstellungsmerkmal nach vielen Fragen erkannt: Er hat seine Firma während der Corona Krise ruckartig mit Online-Kursen auf die neue Zeit umgestellt. Und auch sonst hat er mit künstlicher Intelligenz, Datenbank-Programmierung, Cloud-Lösung usw es immer wieder es geschafft, schneller als die anderen am Zug der Zeit zu sein. 

Und so haben ich ihm das in eine griffige Formulierung gepresst:

"Die Zeiten ändern sich immer rasanter. Ich habe die vorhergehende Firma ruckartig auf die neue Zeit umgestellt. Ich bin jemand, der das kann. Das ist das, was auch Sie brauchen."

 

Sie haben einen Job, den Sie unbedingt haben wollen?

 

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