Die Gefahr der gefrorenen Überzeugung bei Führungskräften

Matthias Pöhm - Ihr Führungs-Coach
Als Führungskraft oder Selbständiger treffen Sie regelmäßig wichtige Entscheidungen. Doch manchmal können unerkannte festgefahrene Denkmuster fatale Folgen haben – wie die sogenannte Verifizierungsblockade.
In diesem Artikel erfahren Sie, warum besonders Menschen in Führungspositionen für diese Gefahr anfällig sind und was Sie tun können, um dieser Gefahr zu entkommen.
Die Verifizierungsblockade: Wie sie entsteht und was sie bewirkt
Stellen Sie sich vor, Sie führen ein bedeutendes Projekt und alles scheint nach Plan zu laufen. Ihr Team ist überzeugt von der Strategie, die Zahlen stimmen, und Sie erhalten positive Rückmeldungen. Doch genau in diesem Moment könnten Sie in die Falle der Verifizierungsblockade tappen – eine subtile, aber mächtige Denkweise, die uns dazu verleitet, nur die Informationen wahrzunehmen, die unsere bestehenden Überzeugungen bestätigen.
Widersprüchliche Fakten werden nicht verifiziert sondern blockiert.
Führungscoaching - Kostenfreier Zoom-Termin mit M. Pöhm persönlich, um Ihre Führungssituation mit ihm zu besprechen.
Warum Führungskräfte besonders anfällig sind
Je mehr Erfahrung jemand hat, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er in diese Falle tappt. Denn mit der Erfahrung wächst auch das Vertrauen in die eigenen Entscheidungen. Je länger man in einer Position ist, je länger gewisse Methoden funktioniert haben, desto schwieriger wird es, neue Perspektiven zuzulassen. Dann neigt man dazu, sich weniger mit abweichenden Meinungen auseinanderzusetzen und geht das Risiko ein, dass eine Überzeugung zu einer gefrorenen Überzeugung wird.
Ein Beispiel aus der Praxis: Die Gefahr des Ignorierens
Eine Führungskraft hat seine Abteilung 15 Jahre lang erfolgreich mit persönlicher Kundenbetreuung aufgebaut. Ein neuer Mitarbeiter schlägt vor, bestimmte Prozesse digital zu automatisieren. Die Führungskraft blockiert: "Die Kunden wollen mit einem Menschen sprechen. Unsere Kunden sind doch keine Nummern."
Das klingt zunächst sogar sympathisch.
Das Ende ist aber: Die Konkurrenz bietet Kunden rund um die Uhr einfache digitale Lösungen an. Die eigenen Mitarbeiter verbringen inzwischen einen großen Teil ihrer Arbeitszeit mit Routineanfragen. Die Kosten steigen, während die Kunden zunehmend abwandern.
Die alte Überzeugung war nicht ursprünglich falsch. Sie ist nur nicht mehr universell richtig.
Der Pauschal-Abwehr Effekt
Ein sicheres Zeichen dafür, dass Sie in der Verifizierungsblockade sind, ist die Art, wie Sie auf andere Informationen reagieren. Wenn Sie sich dabei beobachten, dass Sie auf widersprechenden Informationen nicht mehr inhaltlich eingehen, sondern pauschal werden und emotional reagieren, ist die Chance sehr hoch.
Hier sind verräterische Formulierungen, wenn Sie die bei sich in Diskussionen mit anderen Meinungen beobachten, sind Sie wahrscheinlich in der Gefahrenzone:
„Sie haben offensichtlich keine Ahnung.“
„Das ist einfach lächerlich.“
„Das ist alles Unsinn, was Sie da sagen.“
"Kümmern Sie sich doch erst mal um Ihre eigenen Angelegenheiten", "Sie wollen doch Ihre Einwände doch nur von sich selber ablenken". „Sie sind doch nicht ernst zu nehmen.“
All das sind pauschale Diskreditierungen, die die Inhalte des anderen ignorieren und einfach nur komplett den Vorhang zuziehen "ich will nichts hören".
Bei Nokia gab es eine Verifizierungsblockade
Ähnliches ist zum Beispiel auch damals bei Nokia passiert, als einige Nokia-Entwickler vorgeschlagen haben, auf das Smartphone umzusteigen. Die Führungsriege litt an dem Phänomen der Verifizierungsblockade. Sie hatte gefrorene Überzeugungen und war nicht mehr offen für andere Argumente. Zum Schluss hat sich das Smartphone durchgesetzt und Nokia ist nur knapp an der Insolvenz vorbeigeschrammt.
Wie Sie der Verifizierungsblockade entkommen
Um dieser subtilen Falle zu entgehen, müssen Sie sich aktiv dafür entscheiden, Ihre eigenen Überzeugungen in Frage zu stellen. Eine einfache, aber wirkungsvolle Methode ist es, sich selbst die Frage zu stellen: "Bin ich bereit, Gegenargumente wirklich zu prüfen?"
Eine sehr gute Methode ist auch, dass Sie dem Einwandgeber persönlich sein scheinbar "unsinniges" Gegenargument solange zusammenzufassen, bis er Ihnen bestätigt, dass Sie es korrekt zusammengefasst haben. Allein das korrekte Wiederholen der Argumente der anderen öffnet schon Ihren Horizont.
Ein weiteres hilfreiches Mittel ist, gezielt nach dem Unbequemen im Team zu suchen und ihn zu fragen: "Herr Koch, was könnte der Fehler an meiner Annahme sein?"
Die Bedeutung des Sich-selbst-Infragestellens
Fragen Sie sich beim nächsten Mal, wenn Sie sich mal wieder sicher sind: „Bestätige ich nur, was ich ohnehin schon glaube?“ Denn genau in der unbequemen Lösung könnte die wahre Lösung liegen. Es ist für eine Führungskraft in Wahrheit eine grosser Stärke zu erkennen, dass "selbst ich mich auch in Kernbereichen meines Fachgebiets irren kann."
Indem Sie sich regelmäßig selbst infrage stellen, fördern Sie Ihre eigene Entscheidungsqualität.
Werden Sie besser in Ihrer Führungskommunikation
86% aller Mitarbeiter in Deutschland sagen, wenn ein Misserfolg in einer Firma geschehen ist, liegt es an fehlender oder schlechter Kommunikation. Würden Ihre Mitarbeiter von Ihnen als Führungskraft etwas anderes sagen?
Optimieren Sie Ihre Führungskommunikation mit meinem professionellen 1 zu 1 Mentoring! Lernen Sie, klar zu führen, Konflikte souverän zu lösen und Ihr Team besser zu motivieren. Steigern Sie die Harmonie bei Ihren Mitarbeitern und werden Sie durch eine bessere Kommunikation ein Chef, für den man "durchs Feuer gehen" würde.
Klicken Sie hier und starten Sie Ihre Transformation beim Führungskommunikation Coaching
Ihre Rede wird zu einem Highlight. Matthias Pöhm als ihr Rhetorik Coach
Zurück zur Übersicht Berichte aus der Rhetorik Coaching Praxis
