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Ich glaubte, Betonung zu verstehen. Bis zu diesem Coaching

 

In meiner letzten Mentoring-Session hatte mein Klient - ein Universitäts-Dozent mit Führungsaufgaben - das Anliegen, mehr Lebendigkeit in seine Sprachtonalität zu bekommen.

So eine Aufgabe können Sie nicht mit dem Theoriehandbuch lösen, sondern das braucht die Untersuchung seines Jetzt-Zustandes und die Beobachtung von mir als Coach, was mache ich im Vergleich zu ihm im Detail tatsächlich anders. Es geht darum, die entscheidenden Elemente sofort zu erkennen.

 

Ich habe eine neue Entdeckung gemacht

bei der Arbeit mit diesem Klienten habe ich etwas Neues entdeckt.

Bisher bin ich von zwei nonverbalen Elementen ausgegangen, die Spannung, Lebendigkeit und Interessantheit ihrer Aussagen ausmachen.

Das Erste ist die Stimmführung.
Die meisten Menschen haben die Tendenz, gerade wenn sie nervös sind, die Stimme am Ende des Satzes immer hochziehen. Das müssen Sie vermeiden, wenn sie nicht monoton klingen wollen - ziehen Sie die Stimme immer nach unten.
 

Das Zweite sind Pausen.
Sie erzeugen enorme Spannung, indem Sie Pausen machen, sowohl vor wichtigen Sätzen, als auch nach wichtigen Sätzen - und sogar innerhalb von wichtigen Sätzen. "Niemand! - darf alleine! - ins Labor gehen!" Der Bindestrich "-" signalisiert die Pausen.

 

Die neue Erkenntnis, die ich heute gewonnen habe

Erst beim Ausprobieren mit dieser Führungskraft ist mir heute aber etwas Neues aufgefallen: die Lebendigkeit fehlte, weil er gewisse Sätze praktisch betonungslos sprach. Pausen hatte er zwar hinbekommen, aber die Betonung fehlte.

Jetzt kommt aber die Frage: Wie geht Betonung?
Mein bisheriges Know-how lautete: Betonung geht - entgegen den allgemeinen Glaubenssätzen - nicht über Lautstärke, sondern darüber, dass Sie das wichtige Wort dehnen. Sie sagen es nicht lauter, sondern sie deeehnen es.
Das dachte ich bisher, aber heute, durch Selbst-Beobachtung, habe ich etwas Neues erkannt.

 

Meine neue Entdeckung bezüglich Betonung

Nehmen wir den Satz, an dem ich mit meinem Klienten trainiert habe. "Wir müssen den Spalt zwischen dem Filter und dem Behälter erhöhen". Das Wort "erhöhen" sollte betont werden. Das Dehnen reichte bei ihm aber nicht aus, um das Wort betont klingen zu lassen. Dann habe ich mich selber beobachtet, und hier fiel es mir auf.

Meine neue Erkenntnis ist:
Sie müssen das Wort nicht nur dehnen, sondern die Stimme auf einer Silbe leicht nach oben ziehen.

Hier beim Wort „erhöhen“ auf dem ö. Das klingt dann so "wir müssen es erhöhen". Also, neben dem Dehnen braucht es eine leichte Erhöhung der Stimme innerhalb des Wortes. Und beides zusammen erzeugt das, was man Betonung nennt.

 

Aber: Welches Wort im Satz muss betont werden?

Und dann stellte er überraschend eine andere Frage: „Ja, welches Wort muss ich denn immer betonen?“ Wenn es, wie bei meinem Klienten, nicht in Ihrer Intuition liegt, können Sie es auf folgende scharfe Regel herunterbrechen.

Praxistipp:

Sie betonen immer das, was überraschend im Satz ist.

 

So betonen Sie den Satz "Das Auto fährt nach links"

Wenn Sie zum Beispiel den Satz haben "Das Auto fährt nach links", dann könnten Sie theoretisch praktisch jedes Wort betonen.
Die Frage, die Sie sich aber stellen müssen ist: Was ist aus dem Zusammenhang heraus das Überraschende, das Neue in dem Satz? Das kann variieren.

Nehmen wir an, da fährt ein Fahrrad, ein Motorrad und ein Auto. Und nur eines davon biegt nach links ab. Dann ist das Überraschende im Satz das "Auto". Jetzt müssen Sie das Auto betonen. "Das Auto fährt nach links".

Nehmen wir an, das Auto kann an einer Kreuzung in drei Richtungen abbiegen. Geradeaus, links oder rechts. Jetzt ist das Überraschende im Satz das Wort "links". "Das Auto fährt nach links."

 

Fazit

Es gibt diese drei Elemente, mit der Sie Lebendigkeit in Ihre Sprachtonalität bekommen

  • Sie ziehen am Ende des Satzes die Stimme immer nach unten
  • Sie machen Pausen vor wichtigen Sätzen und innerhalb von wichtigen Sätzen
  • Sie betonen jeweils dasjenige Wort, dass im Satz das Überraschende beinhaltet

 

Etwas Persönliches vom Autor 

Ich weiss, dass meine Artikel eine höhere Qualität liefern, als der Durchschnitt des rhetorischen Sprühnebels, der da draussen sonst zu lesen ist. Tatsache ist: es gibt nur wenige, die das überhaupt erkennen. Wenn Sie zu diesen wenigen gehören, hier eine Idee: abonnieren Sie meinen Newsletter. Und wenn Sie finden, dass ich damit recht habe: fünf Sterne bei Google sind eine schöne Art, es mir mitzuteilen.

 

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