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So vermeiden Sie, dass man Sie wegen Ihrer Argumentation bemitleidet

Mein aktueller Rhetorik-Coaching-Kunde ist Schmerztherapeut, der bei seinen Patienten Schmerzen behebt, bei denen die Schulmedizin aufgegeben hat. Ich habe mit ihm seinen Vortrag überarbeitet, mit dem er immer vor grossem Publikum seine Schmerztherapie-Methode vorstellt.

Ich möchte Sie auf ein Phänomen aufmerksam machen, das mir bei vielen meiner Coaching-Kunden auffällt. Obwohl sie hochgradige Koryphäen sind - mein Schmerztherapeut blickt auf 25 Jahre Erfahrung zurück -, fehlt in den Vorträgen manchmal an einigen Stellen die Logik.

 

Eine Aufzählung, die nicht logisch war

Jetzt gab es eine Passage, in der er deutlich machen wollte, warum er mit seiner eigenen Schmerzforschung bessere Ergebnisse erzielt als die Wissenschaft. Und dort fand sich eine Aufzählung, die lautete so:

Was ihn unterscheidet, ist:

Bei ihm gäbe es eine kurze Feedback-Schlaufe – dadurch habe er schnelle Ergebnisse.

Bei ihm herrsche ein Ergebnisdruck – der Patient wolle sofort ein Ergebnis.

Es sei ökonomisch – er schaue sofort auf den Nutzen.

Er überprüfe sofort, ob etwas wirkt – alles, was nicht wirkt, wird herausgenommen.

Und das sei die Ursache, warum er mehr Erfolg als die wissenschaftliche Schmerzforschung habe.

Ich habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass das nicht logisch ist. Auch die Wissenschaft will schneller Ergebnisse. Auch in der Wissenschaft herrscht Ergebnisdruck. Auch die Wissenschaft schaut auf den Nutzen – auch sie schmeisst raus, was nicht wirkt. Alle seine Punkte erklären nicht, warum er bessere Ergebnisse als die Wissenschaft hat. Er stimmte mir zu.

 

Die zwei entscheidenden Unterschiede

Aufgrund dessen, was ich bereits von ihm wusste, habe ich ihm diese Passage umgestaltet.

So lautete sie dann in seinem Vortrag:

Jetzt gibt es sicher einige von Ihnen, die sich fragen: Wie kann der Herr Koch besser sein als die wissenschaftliche Forschung der letzten 100 Jahre mit allen ihren Universitätskliniken, Forschungslabors und deren Forschungsgeldern? Und ich sage Ihnen: Ja, es ist so. Hier ist der Grund:

Es gibt zwei wichtige Säulen, die mich von der Wissenschaft unterscheiden:

Erstens: Die Wissenschaft untersucht nur die Dinge, die in ihrem wissenschaftlichen Handbuch stehen. Nur das, was organisch und messbar ist, wird erforscht, und all die weichen Faktoren, die sie nicht messen können, untersuchen sie nicht – die sind nicht mal auf deren Radar. Und ich habe festgestellt: Genau da liegt der Kern!

Zweitens: Ich habe etwas, wofür ich nichts kann. Das hat sich in 25 Jahren Heilpraktikerpraxis entwickelt: Meine Intuition!

Ich spüre, ob etwas die Ursache sein könnte, was so nicht in wissenschaftlichen Lehrbüchern steht. Und das untersuche ich dann wissenschaftlich.

Und deshalb habe ich so viel mehr Erfolg als die naturwissenschaftlich ausgebildeten Ärzte.

 

Wenn die Logik im Vortrag eingenickt ist

Das Interessante ist: Obwohl er Schmerztherapie mit gigantischem Erfolg betreibt, verhindert das nicht, dass bei gewissen Dingen in seinem Vortrag unerkannt die Logik eingenickt ist. Und das muss ein guter Rhetorik-Coach erkennen.

Dieses Logikknirschen – neben 100 anderen immer wiederkehrenden Fehlern – begegnet mir immer wieder bei etlichen meiner Rede-Coaching-Kunden: Die Plausibilitätskette ist nicht sauber. Wenn ich das als Redecoach ersetze, ist es nicht nur logischer, es wirkt auch besser.

Ich musste allerdings erkennen: Die Mehrheit meiner Rhetoriktrainer Kollegen erkennen solche Logikbrüche nicht.

Aber es ist für Ihre Rede wichtig, auch diejenigen im Publikum zu gewinnen, denen das auffällt. Denn auch für die vielleicht vier anwesenden Fachärzte soll der Vortrag wasserdicht sein.

 

Praxistipp:

Überprüfen Sie bei jeder wichtigen Aussage Ihres Vortrags die Plausibilitätskette: Belegt das, was Sie gerade sagen, tatsächlich Ihre Schlussfolgerung? Lassen Sie Ihre Argumentation im Zweifel von jemandem prüfen, der nicht in Ihrem Fachgebiet steckt.

 

Etwas Persönliches vom Autor 

Ich weiss, dass meine Artikel eine höhere Qualität liefern, als der Durchschnitt des rhetorischen Sprühnebels, der da draussen sonst zu lesen ist. Tatsache ist: es gibt nur wenige, die das überhaupt erkennen. Wenn Sie zu diesen wenigen gehören, hier eine Idee: abonnieren Sie meinen Newsletter. Und wenn Sie finden, dass ich damit recht habe: fünf Sterne bei Google sind eine schöne Art, es mir mitzuteilen.

 

Ihr Auftritt soll zu einem Highlight werden: Rhetorik Coaching

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